Nun bin ich schon ueber 24 Stunden wieder in Singapur, aber irgendwie schwelge ich doch noch immer sehr in den Erinnerungen dieses Wochenendes
Ok – der Anfang war nicht ganz so entspannend – es hiess um 4Uhr aufstehen (hatte immerhin drei Stunden Schlaf gehabt) – dann sassen zwei halbschlafende Gestalten im Taxi – nach einem Kaffee und einem Tuna-Sandwich sahen diese nicht wirklich besser aus – aber nach dem wir die Einwanderungsmodalitaeten hinter uns gebracht hatten und auf dem Mofa uns die Sonne Morgens um 7.30Uhr ins Gesicht schienen liessen und die Luft auf der Haut spuerten steckten wir voller Energie und Tatendrang diese Gegend Kambodscha’s erkunden zu wollen (ok – der Satz war wirklich lang
… aber der Morgen wirkte zum Anfang auch wirklich lang). Auf dem Mofa fing gleich meiner Fahrer mit mir ein Gespraech an ob wir den wirklich in das Hotel wollen wuerden welches wir genannt haetten – sie haetten Freunde … naja … darauf waren wir zum Glueck eingestellt und auch nicht wirklich verwundert, als wir trotz haeufiger Betonung, dass wir in das von uns genannte Hotel wollen, vor einem anderen standen - einer Niederlassung des anderen ;-) Nun – es brauchte zumindest keine Diskussion davon wieder weg zu kommen … schlussendlich landeten wir im Golden Temple – ein sehr suesses kleines Hotel in dem wir nach wieder einiger Diskussion auch das Zimmer bekamen, welches uns am besten gefallen hat.
Nach noch ein paar weiteren Diskussionen hatten wir auch den Mofafahrern vom Morgen erklaert, dass wir lieber ein Tuc-Tuc am weiteren Tag haben wollten (auch gerne mit einem Verwandten fahren – wir bekamen den kleinen Bruder … naja wer weiss welches Familienverhaeltnis da wirklich herschte) - waren ja zwei Maedels die auch gerne quatschen
… und das geht auf zwei Mofas ja nicht ganz so gut. Also … auf ging es (nach kurzer Preisverhandlung – damit waren aber alle Verhandlungen des Tages abgeschlossen) … kurz nach 9Uhr auf unseren Mofas in Richtung Angkor Tempelanlagen, welches ungefaehr 20 Minuten von dem Stadtzentrum Siem Reap’s entfernt liegt. Auf einer Gesamtfläche von mehr als 200 qkm wurden nacheinander mehrere Hauptstädte und in deren Zentrum jeweils ein großer Haupttempel errichtet. Bis heute wurden bereits mehr als 1000 Tempel und Heiligtümer unterschiedlichster Größe entdeckt. Hier lebten am Höhepunkt des Khmer Königreiches rund 1 Million Menschen, mehr als in jeder europäischen Stadt dieser Zeit. Schon alleine der Eingangsbereich brachte uns zum Staunen … alte Steine koennen wirklich schoen sein


Zuerst brachte uns unser Fahrer nach Bayon – berühmt vor allem wegen seiner Türme mit meterhohen aus Stein gemeißelten Gesichtern (von 49 sind noch 37 erhalten). In den vielen Gaengen haben wir es einfach genossen durchzuschlaendern und erstmal ein wenig die Atmosphaere aufzusaugen und somit in Kambodscha anzukommen. Der Tempel verbreitete in uns beiden eine absolute Gelassenheit und die so friedlich wirkenden Gesichter (wer auch immer hier als Vorbild diente – es ist noch nicht geklaert ob es ein Koenig war – muss sehr gluecklich und in sich selbst ruhend gewesen sein) taten ihr uebriges. Nach einer Stunde haben wir diesen Tempel wieder verlassen und gingen zum naechsten gleich ueber die Strasse. Dieser faszinierte auf ganz andere Art und Weise. Phimeanakas und die Terrase der Elephanten erstreckten sich ueber ein grosses Gelaende. Meterlange Eingangsbereiche liessen einen davon traeumen, wie es wohl damals gewesen sein muss auf diese beeindruckenden Anlagen zuzulaufen. Nach einer Ananas waren wir gestaerkt genug um uns von unserem Tuc-Tuc Fahrer zum naechsten Tempel bringen zu lassen.
Nach einem kurzen Stop am Prasat Kravan Tempel ging es weiter zum Preah Khan. Dieser liegt mitten im Wald – man kann einfach nur dasitzen die frische Luft und die einzigartige Umgebung geniessen. Wir sind einfach nur rumgeschlaendert und haben das Ambiente genossen – die vielen Kleinigkeiten die sich im grossen Ueberwaeltigenden verstecken. Dieser Tempel gehoert nicht zu den beruehmtesten und ist deswegen nicht restauriert. Man bekommt deswegen einen super Eindruck wie die Dschungelanlagen ausgesehen haben muessen, bevor Angkor zu einer Haupttouristenattraktion wurde. Ach da faellt mir noch was ein … vor jedem Tempeleingang gab es einen kleinen Kampf – und zwar mit Kindern die einem was verkaufen wollten – und fuer Judith war das jedes Mal ein grosser Kampf – dieses Mal aber besonders, weil eines der Kinder es geschafft hatte ihr zwei Holz-Armreif zuzustecken und Judith nun gar nicht wusste was sie machen soll. Aber auch diese Situation haben wir meisterlich geloest
und konnten uns auf dem Weg zum viel umschwaermten Ta Phrom machen – dem Tempel auf dem viele Wuergefeigen meterhoch wachsen. Mitten in den Tempelanlagen spuerten wir unser Maegen knurren und haben danach erstmal ein gutes Mittagessen zu uns genommen.
Danach ging es dann endlich zum sagenumworbenden Angkor Wat – aber diese Tempelanlage fiel fuer uns so ziemlich ins Wasser … und hat bei uns nur einen kleinen Eindruck hinterlassen. Schon als wir aus unserem Tuk Tuk ausstiegen liessen die Wolken nicht auf das beste Wetter hoffen. Als wir die innere Tempelanlage betreten hatten fing es auf einmal wie aus Eimern an zu schuetten - bis wir die Aussenhalle umlaufen hatten, war die Situation in sofern besser dass wir due knappen Treppen (die sind gar nicht so schlimm wie alle behaupten – nur beim runtergehen beduerfen die ersten Treppen ein wenig Ueberwindung) hochsteigen konnten ohne komplett durchnaesst zu sein und nach einer weiteren halben Stunde hatte es auch aufgehoert. Trotzdem war der Eindruck nicht der gleiche …. bei allen anderen hatten wir Sonnenschein und auch die auf einmal zusammengekommenen Tourimassen vermittelten ein anderes Bild. Der Ausblick war trotzdem sehr schoen und die groesse Angkor Wats liess einen trotz allem staunen. Zum Abschluss brachte uns unser Fahrer nach Phnom Bakheng – einem Tempel auf einem kleinen Berg den es galt zu erklimmen – naja – ist nicht wirklich hoch – also eigentlich nur ein netter Fussmarsch von 15 Minuten, den aber auch gerne ein Elephant fuer einen fuer 15$ laeuft. Naja – so faul waren wir nicht
Der Sonnenuntergang war ein schoener Abschluss fuer diese Tour.
Zurueck im Hotel, eine Dusche spaeter und irgendwie ziemlich platt sind wir der Empfehlung einer Kollegin gefolgt und in den Dead Fish Tower – ein sehr gemuetliches Restaurant mit gutem Essen. Die Atmosphaere war sehr angenehm und das Essen wirklich gut. Nebenbei wurden typisch kambodische Taenze vorgefuehrt … am meisten war ich vom Fischertanz beeindruckt … ein wirklicher Paarungstanz der irgendwie wenig mit fischen zu tun hatte ;-) Nach dem wir nun auch noch wirklich viel gegessen hatten rief unser Bett noch lauter und der erste – wirklich einfach nur perfekte - Tag Kambodscha war zu Ende.
Am naechsten Morgen wachten wir auf und hoerten das Regentrommeln auf dem Dach neben uns. Irgendwie immer noch muede (obwohl wir fast acht Stunden Schlaf hatten) machten wir uns fertig und besorgten uns im Haus eigenen Restaurant etwas zum fruehstuecken – Kaffee, Obst, ein Omlett mit Baguett. Gestaerkt und mit Sonnenschein rannten wir auch gleich unserem Tuc-Tuc Fahrer vom Vortag in die Arme. Am Abend zuvor hatten wir ihm versucht zu erklaeren, dass wir noch nicht wissen, was wir am naechsten Tag machen wollen ihn aber rufen lassen wuerden. Irgendwie wollte er das aber nicht so ganz verstanden haben
Wir sind dann mit ihm in Richtung Floating Villages. Auf dem Weg dorthin haben wir einmal einen Stop gemacht, weil alles um uns herum viel zu spannend aussah um einfach dran vorbei zu fahren.

Die Floating Villages haben uns nicht wirklich ueberzeugt. Man bezahlt 10$ pro Person und wird dann anderthalb Stunden durch die Gegend gefahren – von einem kleinen netten Boot. Soweit so gut – nur die Haeuser auf dem Wasser sind nicht wirklich was besonders oder gar sehenswert. Nett war es trotzdem – haben mit unseren Bootsfuehrern geschnackt und den Fahrtwind genossen.


Auf dem Hinweg hatte ich schon viele “Restaurants” an der Strassenseite gesehen, in denen viele Haengematten aufgespannt waren. An einem haben wir angehalten uns in eine Haengematte geschmiessen und uebers Leben bei Cola und Fruehlingsrollen philosophiert. Einer der Bootsfahrer hatte uns erzaehlt, dass sein Monatseinkommen 10$ betraegt und damit uns ein bisschen ins Gruebbeln gebracht. Eine Sache war wohl der Kontrast zwischem dem was ein Tourist in zwei Tagen in Kambodscha ausgibt im Vergleich zum Einkommen – auf der anderen Seite aber mal wieder eine doch sehr oft sich wiederholende Feststellung – man trifft doch sehr oft sehr glueckliche Menschen die vergleichsweise mittellos sind. Daraufhin haben wir eine Stunde einfach nur ueber Werte … diskutiert und entspannt. Zurueck am Hotel haben wir beschlossen uns mal Siem Reap selbst zu widmen von dem wir bis dato nicht viel mitbekommen hatten. Wir sind also einmal durch die Stadt – alles sehr ruhig und nichts wirklich herausragendes. Snacks in Form von Muscheln oder Schnecken an der Strasse, Tankstellen mit Cola-Containern, viele Mofafahrer und Judiths Wunsch nach einem T-Shirt mit der Aufschrift “I don’t want a Tuk-Tuk” waren die Highlights. Als wir an einer Strasse mit vielen Massagelaeden ankamen haben wir uns entschlossen uns einmal durchkneten zu lassen – Judith die Fuesse – ich alles
Eine Stunde spaeter – noch entspannter – was eigentlich kaum ging – machten wir uns weiter durch die Stadt – und haben den Markt und die Pub-Strasse noch erkundet. Weil es dort wirklich nett war haben wir beschlossen mit einer Dusche ein wenig spaeter zurueck zukehren. Nachdem wir ein Restaurant ausgewaehlt hatten bestellten wir dann das Nationalgericht Amok – sssssssssoooooooooooooooooooooooooooooooooo lecker
Koennte locker unter meinen Top 10 landen – nur wo bekomme ich das den nun??? Zur Kueche koennte ich eh noch einiges schreiben … aber das morgen … sonst expandiert dieser Eintrag so sehr, dass keiner von Euch auch nur beim entdecken der Laenge schon erschrickt. Nach dem Essen haben wir uns nochmal in die Haende von Masseuren begeben – extra eine Handmassage gewaehlt, weil wir relativ voll waren – aber wie es so sein soll – als erstes war der Bauch dran – uhhhhhhh … naja … auch der Schmerz verging und die Massage war so gut das ich einfach entspannt mittendrin eingeschlafen bin … Judith hat mir dann danach erzaehlt was passiert ist

Am naechsten Morgen hiess es leider sehr sehr frueh Abschied nehmen … ich waere nur zu gerne laenger geblieben … und haette noch laenger im Land der Haengematten rumgebaumelt und mich von der relaxten Lebensweise anstecken lassen.